Stopp-Loss Verluste bei CHF – was können Geschädigte machen?

Viele Kunden von Banken hatten ihre Finanzierung in Schweizer Franken. Im Januar 2015 kam das böse erwachen. Die Schweizer Nationalbank hat den Wechselkurs zum Euro freigegeben. Die Folge war für die meisten Kunden verherrend. Der Kurs rutschte in Sekunden auf Werte von teilweise 0,89 zum Euro.

Die meisten Kunden dachten sie wären in Sicherheit, weil ihnen ihre Bankberater in den Jahren ab 2010 oft zur Sicehrheit einen Stopp-Loss Auftrag zur Absicherung empfohlen hatten. So wurden oft Stopp-Loss Aufträge bei 1,18-1,19 Euro durch die Kunden eingestellt. Dieser Wert war knapp unter dem künstlichen Kurs von 1,20. Die Bankberater wiegten damit die Kunden in eine vermeintliche Sicherheit.

Die wahre Funktionsweise eines Stopp-Loss Auftrags wurde dabei oft nicht richtig erklärt. Stellt man beispielsweise einen Stopp-Loss bei 1,18 ein, bedeute dies nicht, dass dies auch der Kurs ist bei dem das CHF Darlehen tatsächlich konvertiert wird. Tatsächlich wird dann erst ab einem Unterschreiten des Kurses von 1,18 ein Verkaufsauftrag eingestellt. Dieser dann allerdings ohne Limt. Genau das ist das Fatale an Stopp-Loss Aufträgen. Ab dem reißen der Barriere gibt es also einen unlimitierten Auftrag im System. Ist die nächste Kurtsstellung bei 0,89 wird in diesem Moment der Verkaufsauftrag ausgeführt.

Diese Tatsache führte bei einzelnen Kunden innerhalb von Sekunden am 15.01.2015 zu millionenschweren Verlusten die hätten vermieden werden können, wären diese Kunden ordnungsgemäß durch ihre Bank informiert worden.

Rechtlich liegt bei der Empfehlung eines Stopp-Loss Auftrags ohne eine genaue Beratung über die Funktionsweise ein Beratungsfehler der Bank vor, der zum Schadensersatzanspruch des Kunden führt.
Betroffenen Kunden kann daher nur empfohlen werden, ihre Ansprüche, bevor sie kurzfristig innerhalb der gesetzlichen Regelung verjähren, geltend zu machen.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold hat bereits mehrere solche Ansprüche erfolgreich für seine Mandanten umsetzen können. Zuletzt hat er im Zusammenhang mit einem Stopp-Loss Auftrag ein Verfahren vor dem Landgericht Traunstein gewonnen. Das Urteil ist rechtskräftig. Die betroffene Bank ist nicht in Berufung gegangen.

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MICHAEL A. LEIPOLD

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